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Mixed Mode Analytics: Wie congstar durch die Verknüpfung von Daten bessere CX-Entscheidungen trifft

Geschrieben von Peter Pirner | 6. April 2026 09:58:57 Z

Die Kombination verschiedener Datenquellen gilt als Königsweg für fundierte Entscheidungen, doch in der Praxis scheitern viele Unternehmen an Datensilos und mangelndem Kontext. In dieser Episode erfährst du von Christoph Kelzenberg (Lead für die Data- und Customer-Plattform bei congstar), wie du durch Mixed Mode Analytics den "Dreiklang" aus Kundenfeedback, Verhalten und wirtschaftlichem Erfolg meisterst. Du lernst, wie du CX-Maßnahmen durch Financial Linkage messbar machst und warum Technik immer dem Business-Nutzen folgen muss.

 

Die wichtigsten Takeaways für CX-Professionals

  • Mixed Mode Analytics als ganzheitlicher Ansatz: Es geht weit über die Kombination von Qual & Quant hinaus und verknüpft Voice-of-the-Customer (VoC) mit Verhaltensdaten (Web Analytics) und transaktionalen Daten (DWH).
  • Financial Linkage als Erfolgsfaktor: Die Verknüpfung von Zufriedenheitsmetriken wie dem NPS mit dem Customer Lifetime Value (CLV) belegt den wirtschaftlichen Impact von CX-Investitionen.
  • Use-Case-getriebene Strategie: Erfolgreiche Projekte starten nicht mit der technischen Integration aller Daten ("Big Data Lake"), sondern mit einer konkreten Business-Fragestellung.
  • Data Literacy fördern: Eine datengetriebene Kultur benötigt Mitarbeiter, die Daten kritisch lesen und interpretieren können – unterstützt durch Formate wie "Data Days".
  • Ursachenforschung durch Tool-Kombination: Die direkte Verknüpfung von Feedback (z. B. Medallia) mit Mouse-Tracking-Sessions macht das "Warum" hinter Prozessabbrüchen sofort sichtbar.

Was genau versteht man unter Mixed Mode Analytics im CX-Kontext?

Mixed Mode Analytics ist ein datengetriebener Ansatz, der unterschiedliche Quellen und Methoden integriert, um eine spezifische Business-Frage aus mehreren Blickwinkeln zu beantworten. Christoph Kelzenberg beschreibt dies als Kombination von transaktionalen Daten (was wurde gekauft?), Verhaltensdaten (was wurde geklickt?) und Voice-of-the-Customer-Daten (wie hat sich der Kunde gefühlt?). Ziel ist es, eine 360-Grad-Sicht zu erhalten, die über singuläre, oft verzerrte Feedback-Quellen hinausgeht. Durch den Einsatz von prädiktiven Verfahren, A/B-Testing und deskriptiver Statistik wird so ein präzises Bild der Realität gezeichnet, um Optimierungspotenziale im CX-Management exakt zu identifizieren.

Wie hilft Financial Linkage dabei, CX-Investitionen zu rechtfertigen?

Financial Linkage schließt die Lücke zwischen Kundenzufriedenheit und Unternehmenserfolg. Bei congstar werden hierfür beispielsweise NPS-Daten (Promotoren vs. Detraktoren) mit Daten aus dem Data Warehouse (DWH) verheiratet. So lässt sich analysieren, ob Promotoren tatsächlich eine längere Haltedauer haben, mehr Umsatz generieren oder über welche Kanäle sie gewonnen wurden. Wenn der monetäre Wert einer NPS-Steigerung durch den Customer Lifetime Value (CLV) belegt werden kann, wandelt sich CX von einem "weichen" Thema zu einem harten wirtschaftlichen Hebel für die Budgetallokation.

Warum ist ein Use-Case-getriebener Ansatz besser als ein reines Big-Data-Projekt?

Viele Unternehmen erleben eine "Bruchlandung", wenn sie versuchen, wahllos alle Datenquellen in einem riesigen Data Lake zu bündeln, ohne den Kontext zu berücksichtigen. Christoph Kelzenberg rät stattdessen dazu, sukzessive vorzugehen: Man startet mit einer brennenden Frage – etwa einem Umsatzrückgang oder hohen Abbruchquoten in der Bestellstrecke – und verknüpft nur die dafür relevanten Daten (z. B. Web-Analyse + Mouse-Tracking + Kundenbefragung). Dieser pragmatische Weg stellt sicher, dass die technische Infrastruktur organisch mit dem geschäftlichen Mehrwert wächst und die Akzeptanz im Business hoch bleibt.

Häufige Fragen zu Mixed Mode Analytics

Was ist der Unterschied zwischen Mixed Mode Analytics und klassischer Marktforschung? Während klassische Marktforschung oft bei der Kombination von qualitativen und quantitativen Befragungen stehen bleibt, integriert Mixed Mode Analytics zusätzlich operative Prozessdaten, Verhaltensdaten aus digitalen Kanälen und transaktionale Geschäftsdaten. Es nutzt zudem fortgeschrittene Methoden wie prädiktive Analysen und A/B-Tests, um Wirkungsketten direkt im Business-Kontext zu validieren.

Wie fange ich mit Mixed Mode Analytics an, wenn meine Daten in Silos liegen? Der beste Startpunkt ist ein konkreter Use Case mit hohem Business-Impact, wie die Analyse von Abbrechern in der digitalen Journey. Verknüpfe für dieses Pilotprojekt gezielt zwei Quellen – zum Beispiel Kundenfeedback mit Verhaltensdaten (Mouse-Tracking) – über einen gemeinsamen Identifier, um sofort sichtbare Quick Wins zu erzielen, anstatt auf eine vollständige IT-Umstrukturierung zu warten.

Welche Rollen brauche ich für ein erfolgreiches Mixed-Mode-Projekt? Es erfordert ein Zusammenspiel aus verschiedenen Disziplinen: Den Business Owner (Problemstellung), den VoC-Analysten (Kundenstimme), den Web-Analysten (Verhalten) und Data Engineers (technische Verknüpfung). Eine zentrale Rolle spielt dabei der Data Product Owner oder CX-Manager, der als Orchestrator die Klammer um diese Experten bildet und die Ergebnisse in Business-Entscheidungen übersetzt.

Für wen ist diese Episode relevant?

  • CX Manager & Strategen: Die lernen wollen, wie sie den ROI ihrer Maßnahmen durch Financial Linkage gegenüber dem Management belegen.
  • Data Analysts & Data Scientists: Die nach Wegen suchen, technische Datenmodelle durch die emotionale Komponente der Kundenstimme (VoC) zu bereichern.
  • Business Owner & Marketingleiter: Die verstehen müssen, warum Kunden in digitalen Prozessen abbrechen und wie man Trade-offs zwischen Kundenkomfort und Wirtschaftlichkeit löst.

Praktische Takeaways

  • Identifier nutzen: Verheirate CX-Daten (z. B. aus Medallia) über einen eindeutigen Identifier mit den DWH-Daten, um Zufriedenheit und Umsatz direkt korrelieren zu können.
  • Session-Replays einsetzen: Verknüpfe negatives Feedback in der Bestellstrecke direkt mit Mouse-Tracking-Tools, um die exakte Fehlerquelle im Nutzerverhalten ohne Rätselraten zu visualisieren.
  • Data Literacy stärken: Etabliere Formate wie "Data Days", um das Wissen über verfügbare Datenquellen und Methoden im gesamten Unternehmen zu verteilen und Silo-Denken aufzubrechen.
  • A/B-Tests zur Validierung: Nutze A/B-Tests, um bei Konflikten zwischen Kunden-Pain und wirtschaftlichen Zielen die objektiv beste Entscheidung für das Unternehmen zu treffen.

Fazit

Mixed Mode Analytics ist die methodische Antwort auf die Komplexität moderner Customer Journeys. Wer Kundenfeedback konsequent mit Verhaltens- und Transaktionsdaten verknüpft, verlässt die Welt des Bauchgefühls und schafft eine faktenbasierte Grundlage für nachhaltiges CX-Management.